Aachen: Schweizer Springreiter kämpfen um Olympia-Ticket für Los Angeles

Springreit-WM in Aachen - Olympia-Ticket in Gefahr: Nur Guerdat gelingt der Einstieg

Durchwachsener Start für die Schweiz in Aachen

Die Schweizer Springreiter haben bei der Weltmeisterschaft in Aachen einen durchwachsenen Start hingelegt. Das primäre Ziel der Equipe ist die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles. Um dieses Ziel zu erreichen, muss die Schweiz zu den besten sieben Nationen gehören. Da die USA als Gastgebernation gesetzt sind, könnte unter Umständen auch ein achter Platz für das Olympia-Ticket ausreichen.

Nach der ersten Wertungsprüfung liegt die Schweiz mit 10,49 Strafpunkten auf dem 13. Rang in der Teamwertung. Der Rückstand auf den letzten Olympia-Qualifikationsplatz beträgt 2,8 Punkte. Angeführt wird die Teamwertung von Deutschland mit 3,48 Minuszählern, gefolgt von Belgien (3,69) und den USA (4,85).

Einzig Steve Guerdat, der auf Dynamix reitet, gelang ein fehlerfreier Ritt. Er erreichte die fünftbeste Zeit unter 142 Paaren. Guerdat, der bereits Olympia-Silber in Paris mit Dynamix gewann, zeigte sich in guter Form. Seine Erfahrung und die Leistung seines Pferdes sind entscheidend für das Team.

Die anderen Schweizer Reiter hatten weniger Glück. Martin Fuchs auf Conner Jei, Jason Smith mit Picobello und Gaëtan Joliat mit Chelsea verzeichneten jeweils einen Abwurf, was zu einem Zeitzuschlag von vier Sekunden führte. Besonders für Fuchs und Smith, die auch im Einzel Ambitionen haben, bedeutet dies eine schwierige Ausgangslage. Smith, der erst seit drei Jahren den Schweizer Pass besitzt, und Joliat sind Debütanten bei diesen Weltmeisterschaften.

Herausforderungen und Chancen für das Schweizer Team

Die Weltmeisterschaft in Aachen ist für die Schweizer Springreiter ein wichtiger Wettbewerb. In der Vergangenheit hatte die Schweiz bereits Schwierigkeiten, sich direkt für die Olympischen Spiele zu qualifizieren. Sowohl vor den Spielen 2016 in Rio de Janeiro als auch vor 2024 in Paris musste das Team den Umweg über die Europameisterschaft im Folgejahr nehmen. 2015 in Aachen gelang die Qualifikation für Rio erst im letzten Moment.

Equipenchef Peter van der Waaij setzt in Aachen auf eine Mischung aus erfahrenen Reitern und Neulingen. Neben den Routiniers Steve Guerdat und Martin Fuchs sind dies Jason Smith und Gaëtan Joliat. Alain Jufer mit Chaccoo ist als Reservist dabei. Die Resultate der besten drei von vier Reitern zählen für die Nationenwertung.

Die Konkurrenz in Aachen ist stark. Zu den Favoriten im Einzel gehören der Franzose Julian Epaillard, der aktuell in Führung liegt, und der Deutsche Richard Vogel, der mit United Touch antritt. Auch Grossbritannien mit Ben Maher und Scott Brash zählt zu den Medaillenkandidaten. Der Schwede Henrik von Eckermann tritt als Titelverteidiger an, diesmal mit Minute Man.

Für die Schweiz ist es nun entscheidend, in den kommenden Prüfungen fehlerfreie Ritte zu zeigen, um sich in den Top Ten zu halten und am Final am Freitagabend teilzunehmen. Die Team-Entscheidung findet am Freitagabend statt, während der Einzel-Final am Sonntag ausgetragen wird. Am Donnerstag und Freitag stehen weitere Prüfungen im gängigen Modus an, bei denen ein Abwurf vier Strafpunkte bedeutet.

Blick nach vorne: Die weiteren Prüfungen

Die weiteren Prüfungen der Weltmeisterschaft sind entscheidend für die Schweizer Equipe. Am Donnerstag, dem 20. August, findet die zweite Wertungsprüfung statt. Die Team-Entscheidung, bei der die Team-Medaillen und die Olympia-Startplätze vergeben werden, ist für Freitag, den 21. August, angesetzt. An diesem Tag qualifizieren sich die besten zehn Nationen sowie die 60 besten Einzelreiter für die Team-Entscheidung.

Der Einzel-Final folgt am Sonntag, dem 23. August. Hier kämpfen zunächst die 25 besten Einzelreiter um die Medaillen, bevor in einem zweiten Umgang die Top 12 um den Weltmeistertitel reiten. Wer nach insgesamt fünf Prüfungen am Sonntagabend die wenigsten Strafpunkte hat, wird Weltmeister.

Die Schweizer Reiter Steve Guerdat und Martin Fuchs verfügen über die Erfahrung, um bei Grossanlässen erfolgreich zu sein. Guerdat gewann erst vor zehn Tagen den Millionen-Grand-Prix in Dublin mit Iashin Sitte. Fuchs gewann im vergangenen Jahr den prestigeträchtigen Grand Prix von Aachen mit Leone Jei. Beide Reiter haben in der Vergangenheit bereits WM-Medaillen gewonnen: Fuchs holte Silber mit Clooney im Jahr 2018 in Tryon, Guerdat gewann Bronze mit Bianca im selben Jahr. Die Schweizer Mannschaft gewann 1994 in Den Haag Silber.

Die Equipe von Peter van der Waaij muss sich nun steigern, um das Ziel der Olympia-Qualifikation zu erreichen. Die kommenden Tage in Aachen werden zeigen, ob die Schweizer Springreiter die nötige Leistung abrufen können, um sich einen Platz für Los Angeles 2028 zu sichern.

Source: srf.ch

Sportredakteur mit Schwerpunkt Fussball, Super League und internationale Wettbewerbe.