Ehammer gewinnt EM-Silber im Weitsprung und plant für Olympia 2028

Olympia 2028 als Weitspringer? - Ehammer: Silber um den Hals und ein Entscheid im Hinterkopf

Simon Ehammer hat bei der Leichtathletik-EM in Birmingham die Silbermedaille im Weitsprung gewonnen. Der Appenzeller erreichte eine Weite von 8,29 Metern. Damit sicherte er der Schweiz die erste Medaille bei dieser Europameisterschaft. Ehammer äusserte sich nach seinem Erfolg zufrieden und betonte, dass es ihm Spass gemacht habe.

Im Wettkampf übernahm Ehammer nach seinem zweiten Sprung mit 8,29 Metern zunächst die Führung. Diese Position hielt er für längere Zeit, bevor der Grieche Miltiadis Tentoglou mit einer Weite von 8,44 Metern die Spitze übernahm. Tentoglou, der bereits zweimal Olympiagold gewonnen hat, krönte sich damit zum vierten Mal zum Europameister. Ehammer konnte auf Tentoglous Leistung nicht mehr reagieren, sicherte sich aber die Silbermedaille, da kein anderer Athlet seine Weite übertraf. Der Bulgare Saraboyukov kam Ehammer am nächsten, verpasste Bronze jedoch um drei Zentimeter.

Entscheidung für Los Angeles 2028

Neben dem aktuellen Erfolg beschäftigt Ehammer bereits die Planung für die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles. Dort wird er sich voraussichtlich auf eine Disziplin konzentrieren müssen, da die Kräfte nicht für einen Start in beiden seiner Paradedisziplinen ausreichen werden. Ehammer ist sowohl im Siebenkampf, wo er den Weltrekord hält, als auch im Weitsprung und Zehnkampf erfolgreich. Diese Vielseitigkeit stellt ihn vor eine schwierige Wahl.

Bis zum Frühling galt der Siebenkampf als seine stärkste Disziplin, gefolgt vom Weitsprung und dann dem Zehnkampf. Im Zehnkampf wird er durch Schwächen in einigen Wurfdisziplinen und im 1500-Meter-Lauf eingeschränkt. Seit dem Wettkampf in Götzis im Jahr 2026 hat sich die Situation jedoch verändert. Mit einem Schweizer Rekord von 8778 Punkten im Zehnkampf erreichte er ein Niveau, das ihm bei Grossanlässen, einschliesslich Olympischen Spielen, Medaillenchancen eröffnet. Dasselbe gilt für seine Bestmarke von 8,51 Metern im Weitsprung.

Die Entscheidung, in welcher Disziplin er bei den Spielen 2028 antreten wird, soll im kommenden Winter fallen. Ehammer betonte, dass er, obwohl er in beiden Disziplinen zur Weltklasse gehört, immer wieder kleine Kompromisse eingehen muss. Als reiner Weitspringer würde er beispielsweise weniger Umfang trainieren und vier bis fünf Kilogramm Körpergewicht verlieren. Auch das Training als reiner Mehrkämpfer würde anders aussehen.

Saisonplanung und zukünftige Ziele

Für den Rest der aktuellen Saison wird Ehammer weiterhin als Weitspringer antreten und die Zeit nutzen, um über seine zukünftige Ausrichtung nachzudenken. Nach der Europameisterschaft stehen für ihn Heimauftritte in Lausanne und Zürich an. Abhängig von seinen Leistungen könnten weitere Starts beim Diamond-League-Final in Brüssel sowie im September bei der Premiere der Ultimate Championships in Budapest folgen.

Der 26-jährige Athlet möchte mit einer frühzeitigen Entscheidung für 2028 signalisieren, dass es auf dem Weg zu seinem Traumziel Olympiasieg keine Kompromisse bei der Trainings- und Wettkampfplanung geben wird. Dies soll ihm ermöglichen, sein maximales Potenzial in Los Angeles auszuschöpfen. Seine Fähigkeit, in verschiedenen Disziplinen Medaillen zu gewinnen, unterstreicht seine Position als Medaillengarant im Schweizer Sport.

Ehammer hatte bereits bei der EM 2024 in Rom eine Bronzemedaille gewonnen und strebte in diesem Jahr eine Verbesserung der Medaillenfarbe an, was ihm mit Silber gelungen ist.

Source: srf.ch

Sportredakteur mit Schwerpunkt Fussball, Super League und internationale Wettbewerbe.