Kaiserslautern gewinnt Pokal-Derby gegen Mannheim nach Fan-Eklat

Fan-Eklat im DFB-Pokal zwischen Kaiserslautern und Mannheim

Eskalation während des Spiels

Das DFB-Pokal-Derby zwischen Waldhof Mannheim und dem 1. FC Kaiserslautern wurde von mehreren Zwischenfällen auf den Rängen und dem Spielfeld überschattet. Schon vor der Verlängerung kam es zu einer Rudelbildung auf dem Platz, in die Kaiserslauterns Kapitän Marlon Ritter involviert war. Gleichzeitig flogen Raketen aus dem Gästeblock der Kaiserslautern-Fans auf die Haupttribüne. Als Reaktion darauf schossen Mannheimer Fans ebenfalls Raketen und Feuerwerkskörper ab, die beinahe Spieler von Kaiserslautern trafen.

Die Situation eskalierte weiter, als Mannheimer Fans versuchten, das Spielfeld zu stürmen. Gegenstände wie Bierbecher und Regenschirme wurden in Richtung von Ritter geworfen. Aus dem Kaiserslautern-Block flogen Pyroraketen auf die Haupttribüne. Mehrere Bengalos aus dem Mannheimer Block erreichten sogar den Mittelkreis und verfehlten einige Kaiserslautern-Profis nur knapp. Diese Vorfälle führten dazu, dass Schiedsrichter Robert Schröder die Spieler in die Kabinen schickte und die Partie unterbrach.

Polizei greift ein und Spielunterbrechung

Während der Unterbrechung stürmten Hundertschaften der Polizei, teilweise beritten, das Spielfeld, um die Lage zu beruhigen. Der komplette Mannheimer Block wurde abgeriegelt. Ein Bengalo explodierte direkt neben einem der Polizeipferde. Über die Stadionlautsprecher wurde durchgegeben, dass bei weiteren Ausschreitungen ein Spielabbruch unausweichlich wäre. Die Unterbrechung dauerte etwa 20 Minuten, bevor die Polizei das Spielfeld wieder verliess und das Spiel fortgesetzt werden konnte.

Waldhof-Kapitän Lukas Klünter versuchte, auf die Fans seiner Mannschaft einzuwirken. Hinter dem Mannheimer Tor zeigte sich ein Bild der Verwüstung, da Werbebanden abgerissen wurden und deren Überreste auf dem Boden lagen. Trotz der angespannten Situation wurde das Spiel um 20.38 Uhr wieder aufgenommen.

Reaktionen und Spielausgang

Nach dem Spiel äusserte sich Waldhof-Sportdirektor Matthias Schober zur Eskalation. Er sah die Raketen aus dem Kaiserslautern-Block auf die Haupttribüne nach der Rudelbildung als Auslöser für die Unterbrechung. Schober kritisierte zudem Kaiserslauterns Kapitän Marlon Ritter für dessen provokantes Verhalten, insbesondere das Zeitspiel bei Ecken kurz vor Ende der regulären Spielzeit, betonte jedoch, dass dies die Becherwürfe nicht entschuldige.

Kaiserslauterns Geschäftsführer Thomas Hengen zeigte sich selbstkritischer und betonte, dass die Vorfälle auf den Rängen von beiden Seiten furchtbar gewesen seien und dem Fussball schadeten. Er lobte die schnelle Reaktion der Polizei und zeigte sich überrascht, dass das Spiel überhaupt fortgesetzt werden konnte. Schiedsrichter Robert Schröder bestätigte die Ernsthaftigkeit der Lage und erklärte, dass das Spiel kurz vor dem Abbruch stand, wenn Raketen auf das Spielfeld und die Tribünen fliegen.

Trotz der turbulenten Ereignisse konnte das Spiel fortgesetzt werden. In der Verlängerung erzielte Ibrahim Kanaté das entscheidende Tor für Kaiserslautern in der 120. Minute aus 20 Metern ins rechte Toreck. Kaiserslautern gewann das Spiel mit 1:0 nach Verlängerung.

Eine Rakete landet auf einer Sitzplatztribüne
Eine Rakete landet auf einer SitzplatztribüneQuelle:Heiko Becker Credit: welt.de

Mannheims Kapitän Lukas Klünter beschrieb die Stimmung als «supergeil» und «ganz besonders», während Sky-Moderator Patrick Wasserziehr die Szenen als «unglaublich unschön» bezeichnete. Die Polizei hatte das Spielfeld nach der Unterbrechung um 20.29 Uhr wieder verlassen.

Source: blick.ch

Sportredakteur mit Schwerpunkt Fussball, Super League und internationale Wettbewerbe.