St. Gallen hadert nach umstrittenem Platzverweis mit Schiedsrichterleistung

Maassen hadert nach Schwalben-Theater mit dem Schiedsrichter - Blick

Umstrittener Platzverweis und finanzielle Auswirkungen

Der FC St. Gallen musste im Rückspiel der Conference-League-Playoffs eine 2:3-Niederlage gegen Nordsjaelland hinnehmen und scheiterte damit in seinen Europacup-Ambitionen. Das Hinspiel hatte St. Gallen bereits mit 0:1 verloren. Ein entscheidender Moment im Rückspiel war der Platzverweis gegen Mihailo Stevanovic, der nach einer Schwalbe die Gelb-Rote Karte erhielt. Dieser Vorfall führte zu erheblichen Diskussionen und Frustrationen innerhalb des St. Galler Teams.

Trainer Enrico Maassen äusserte sich kritisch über die Leistung des Schiedsrichters Orel Grinfeeld. Maassen sprach von «fehlendem Fingerspitzengefühl» und davon, dass der Schiedsrichter dem Spiel den «Stecker gezogen» habe. Obwohl er die Regelkonformität des Platzverweises anerkannte, da es sich um eine Schwalbe handelte, bezeichnete er die Situation als «maximal unglücklich». Auch Lukas Görtler, der Kapitän des FC St. Gallen, teilte diese Einschätzung und betonte, dass der Schiedsrichter zunächst nicht realisiert habe, dass Stevanovic bereits verwarnt war.

Die Gelb-Rote Karte für Stevanovic hatte nicht nur sportliche, sondern auch finanzielle Konsequenzen für den Verein. Der Einzug in die Ligaphase der Conference League hätte dem FC St. Gallen über drei Millionen Franken eingebracht, die nun entfallen. Trotz des Ausscheidens lobte Maassen den «fantastischen Auftritt» seiner Mannschaft und betonte, dass sie gegen eine ballsichere und individuell stark besetzte Mannschaft ein tolles Spiel gezeigt habe. Er konnte seinem Team nichts vorwerfen.

Verlauf des Rückspiels und weitere Ausfälle

Das Rückspiel zwischen St. Gallen und Nordsjaelland war von Beginn an ereignisreich. In der ersten Halbzeit fielen bis zur 30. Minute bereits vier Tore. Juho Lähteenmäki brachte die Gäste in der 14. Minute in Führung. St. Gallen glich durch einen Handspenalty von Kapitän Lukas Görtler in der 21. Minute aus. Kurz darauf erhöhte Prince Amoako erneut für Nordsjaelland, bevor Aliou Baldé in der 28. Minute den Ausgleich zum 2:2 erzielte.

Die entscheidende Szene ereignete sich in der 40. Minute, als Mihailo Stevanovic die Gelb-Rote Karte sah und St. Gallen die restliche Spielzeit in Unterzahl bestreiten musste. Trotz der numerischen Unterlegenheit kämpften die Ostschweizer tapfer und hatten sogar Chancen auf den Ausgleich im Gesamtskore. Zehn Minuten vor dem Schlusspfiff fiel jedoch die Vorentscheidung, als Boe Rasmussen in der 82. Minute zum 3:2 für Nordsjaelland traf und damit die Europacup-Träume der St. Galler beendete.

Neben dem Ausscheiden aus dem Europacup muss der FC St. Gallen auch mit weiteren personellen Rückschlägen umgehen. Stürmer Andrin Hunziker zog sich kurz vor der Pause eine Muskelverletzung zu und wird dem Team fehlen. Als möglicher Ersatz für das kommende Spiel gegen Thun am Sonntag steht Christian Witzig zur Debatte. Allerdings gibt es Berichte, dass AZ Alkmaar starkes Interesse an dem 25-jährigen Spieler zeigt. Trainer Maassen kommentierte die Situation um Witzig mit der Aussage, dass «solange das Transferfenster offen ist, immer etwas passieren kann».

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epa13195313 Rilind Nivokazi of Sion congratulates Winsley Boteli of Sion after scoring the 1-1 equalizer, Youri Regeer of Ajax (lr) during the UEFA Conference League match between AFC Ajax and Sion at … Credit: watson.ch

Weitere Europacup-Ergebnisse

Während St. Gallen aus der Conference League ausschied, erging es anderen Schweizer Teams ähnlich. Der FC Sion scheiterte ebenfalls in den Playoffs, trotz eines Hattricks von Winsley Boteli. Nach einer 2:4-Heimniederlage gegen Ajax Amsterdam verloren die Sittener das Rückspiel in der Johan-Cruyff-Arena mit 3:5. Sion führte zwar nach einer guten halben Stunde mit 2:1, konnte die Führung aber nicht halten. Davy Klaassen und Tolu drehten das Spiel noch vor der Pause zugunsten von Ajax. In der zweiten Halbzeit erhöhten Tolu und Oliver Edvardsen auf 5:2, bevor Boteli seinen dritten Treffer erzielte.

Der FC Thun traf im Rückspiel der Europa-League-Playoffs auf Lech Poznan. Nach einer deutlichen 0:7-Niederlage im Hinspiel war das Weiterkommen für die Berner Oberländer unwahrscheinlich. Im Rückspiel gelang Thun immerhin ein 2:2-Unentschieden. Die Tore für Thun erzielten Lengen in der 22. Minute und Dursun in der 43. Minute. Der Meister spielt damit im Herbst in der Ligaphase der Conference League. Auch das Spiel zwischen Maccabi Tel Aviv und Lugano endete mit einem 1:1-Unentschieden.

Source: blick.ch

Sportredakteur mit Schwerpunkt Fussball, Super League und internationale Wettbewerbe.