Zürich: Penaltyszene erhitzt Gemüter nach FCB-Sieg

Penaltyszene bei FCZ – FCB - Und wieder erhitzen sich an der Hands-Regel die Gemüter

Nach dem Spiel zwischen dem FC Zürich und dem FC Basel, das der FC Basel mit 2:1 gewann, sorgte eine Penaltyszene kurz vor Ende der Nachspielzeit für Diskussionen. Marcel Koller, Trainer des FCZ, zeigte sich sichtlich aufgewühlt und äusserte seine Verwirrung über die Hands-Regel.

Die strittige Situation entstand, als Jonas Harder den Ball im eigenen Strafraum an die Hand seines Basler Teamkollegen Flavius Daniliuc schoss. Schiedsrichter Anojen Kanagasingam entschied zunächst auf Penalty für den FCZ. Nach Intervention des VAR und einer Überprüfung am Monitor nahm Kanagasingam seine Entscheidung jedoch zurück, was bei den Baslern Jubel und beim FCZ Frust auslöste.

Regelauslegung im Fokus

Marcel Koller gab an, die Regel, die zur Rücknahme des Penaltys führte, nicht gekannt zu haben. Gemäss dem Regelwerk des International Football Association Boards liegt kein Handspielvergehen vor, wenn ein Spieler von einem Ball an Hand oder Arm getroffen wird, der von einem Mitspieler gespielt wurde. Kanagasingam erklärte, dass er auf dem Spielfeld den Eindruck hatte, der Ball sei von einem Zürcher Spieler gespielt worden, was seine ursprüngliche Penaltyentscheidung begründete. Die VAR-Bilder zeigten jedoch, dass ein Verteidiger versuchte, den Ball zu klären, wodurch die Hands-Regel in diesem Fall keine Bestrafung vorsah.

Die Begründung des Schiedsrichters stiess beim FCZ auf wenig Verständnis. SRF-Fussball-Experte Fabian Frei zeigte sich ebenfalls unzufrieden mit dieser Auslegung der Hands-Regel. Er argumentierte, dass es ein Fehler des FC Basel sei, wenn ein Spieler einem Teamkollegen den Ball an den Arm schiesst, und dass die Regel, die dies nicht mit einem Strafstoss ahndet, einen solchen Fehler belohnen würde. Die Schlussminuten in Zürich verdeutlichten einmal mehr die Komplexität und die Diskussionswürdigkeit der Regelauslegung bei Handspielen im Fussball.

Sieg für den Trainer und Torhüterleistung

Trotz der Kontroverse um die Penaltyszene konnte der FC Basel den Sieg im Letzigrund feiern. Der 2:1-Erfolg gegen den FC Zürich wurde von Flavius Daniliuc als ein Sieg für den Trainer, Stephan Lichtsteiner, bezeichnet. Daniliuc, der angab, von der Unruhe rund um den Verein nichts mitbekommen zu haben, betonte die Bedeutung der Leistung auf dem Platz. Er erklärte, dass die Mannschaft durch Siege von aussen kommende Kritik verstummen lassen wolle.

Besonders hervorzuheben war die Leistung von Mirko Salvi, der als Nummer 2 des FC Basel derzeit häufiger zum Einsatz kommt, da Jonas Omlin verletzt ausfällt. Salvi zeigte sich in bestechender Form, insbesondere mit einer Parade gegen Lindrit Kamberis Kopfball in der 94. Minute. Diese Aktion trug massgeblich dazu bei, den hart erkämpften Vorsprung des FC Basel zu sichern. Nach dem Spiel gab es Sprechchöre für Salvi, der in der Schlussphase zum Helden avancierte.

Salvi äusserte sich ebenfalls zur Situation um Trainer Lichtsteiner und betonte, dass die Mannschaft geschlossen hinter ihm stehe. Er erklärte, dass ein Verlust der Spielerunterstützung nicht zu einem Sieg geführt hätte. Lichtsteiner selbst sprach von einer «sehr intensiven Woche» mit viel Unruhe von aussen, zeigte sich aber gelassen und verwies auf einen klaren Plan, der mit der Vereinsführung bei seiner Vertragsunterschrift im Januar besprochen wurde. Er betonte, dass das Team demütig sei und der Fokus auf den Fortschritten liege, während man versuche, externe Stimmen auszublenden. Der FC Basel blickt nun auf das nächste Spiel gegen die Young Boys.

Source: srf.ch

Sportredakteur mit Schwerpunkt Fussball, Super League und internationale Wettbewerbe.