Zürich: Armand Duplantis strebt Weltrekord im Stabhochsprung an

Duplantis’ Ambitionen in Zürich
Der Stabhochspringer Armand Duplantis hat angekündigt, bei Weltklasse Zürich einen Weltrekord aufstellen zu wollen. Der 26-jährige Athlet, bekannt unter dem Spitznamen «Mondo», äusserte seinen Wunsch, sich in der Geschichte des renommierten Leichtathletik-Meetings zu verewigen. Er betonte, dass die Bedingungen am Donnerstagabend voraussichtlich gut sein werden, was ihm die Möglichkeit gebe, hoch zu springen.
Duplantis hat in seiner Karriere bereits fünfzehn Weltrekorde an zwölf verschiedenen Orten aufgestellt. Der aktuelle Weltrekord liegt bei 6,31 m. Er ist zweifacher Olympiasieger, siebenfacher Weltmeister (indoor und outdoor) sowie vierfacher Europameister. Der schwedisch-amerikanische Doppelbürger wuchs in den USA auf und stellte bereits als Siebenjähriger Altersklassen-Weltrekorde auf.
In der Vergangenheit gab es in Zürich Herausforderungen mit dem Wetter, das oft kühl war. Zudem absolvierte Duplantis im Jahr 2024 vor dem Wettkampf ein 100-m-Rennen gegen Karsten Warholm, was seine Beine beeinträchtigte. Trotzdem bereut er diese Erfahrung nicht, da es ihm Spass gemacht habe.
Wachsende Konkurrenz und Motivation
Duplantis sprach auch über die zunehmende Konkurrenz im Stabhochsprung. Letzte Woche lieferte er sich an der Athletissima in Lausanne ein Duell mit Emmanouil «Manolo» Karalis. Karalis erreichte dabei 6,16 m, was ihn zum zweitbesten Stabhochspringer der Geschichte machte. Duplantis selbst sprang in diesem Wettkampf 6,21 m, was einen «Schweiz-Rekord» und City-Event-Weltrekord darstellte. Nie zuvor sprang ein Stabhochspringer in der Schweiz höher.
Die gestiegene Leistungsdichte im Stabhochsprung, mit mehreren Athleten, die über 5,91 m springen, empfindet Duplantis als positiv. Er geniesst es, mehr herausgefordert zu werden, da es den Sport spannender macht. Der Kampf mit einem Konkurrenten bereitet ihm die grösste Freude und schafft eine andere Energie, sowohl für ihn selbst als auch für das Publikum.
Die Motivation für Duplantis hat sich im Laufe der Zeit gewandelt. Er möchte immer gewinnen und erwartet ein hohes Niveau von sich selbst. Veränderungen in seinem Leben, wie seine Hochzeit und der Umzug nach Monaco, haben ebenfalls Einfluss auf seine Motivation. Um seinen Geist frisch zu halten, probiert er neue Dinge aus, wie Musik machen oder Golf spielen.
Leichtathletik und das Publikum
Duplantis möchte, dass Stabhochsprung als «cool» wahrgenommen wird. Er wuchs mit der Vorstellung auf, dass Stabhochspringer Rockstars seien, eine Idee, die ihm sein Vater vermittelte. Er sieht sich nicht selbst als Rockstar, aber er glaubt, dass man Stabhochspringer sein und trotzdem einen Rockstar-Vibe haben kann.
Die Disziplin selbst beschreibt er als schön, kompliziert, komplex und faszinierend, vergleichbar mit einem unendlichen Puzzle oder einer körperlichen Version von Golf. Die Schwierigkeit mache sie erfüllend, da man ständig nach dem richtigen Rhythmus suche.
Er ist sich bewusst, dass soziale Netzwerke ein Mittel sind, um ein jüngeres Publikum für die Leichtathletik zu begeistern. Seit den Olympischen Spielen in Paris 2024 habe es einen grossen Zustrom von jungen Fans gegeben, was er auch seiner Frau zuschreibt. Er hält es für wichtig, dass die jüngere Generation Leichtathletik selbst ausprobiert und eine Fankultur entsteht.
Um die Leichtathletik für ein jüngeres Publikum attraktiver zu machen, schlägt Duplantis eine kohärentere Saison vor, die einfacher zu verfolgen ist. Er wünscht sich eine bessere Struktur, ähnlich wie im Golf oder Tennis, wo neben den grossen Turnieren auch andere Wettkämpfe gut besetzt und leicht zu verfolgen sind. Weltklasse Zürich würde dabei zu den Höhepunkten zählen, bei denen die besten Athleten antreten.
Der Wettkampf in Zürich wird auch andere hochkarätige Athleten versammeln. Im Weitsprung der Männer tritt Simon Ehammer an, der im vergangenen Jahr den Diamond-League-Titel gewann. Er trifft auf Miltiadis Tentoglou, der ihm sowohl bei der EM als auch in Lausanne einen Triumph verwehrte. Bei den 100 m Hürden Frauen kommt es zu einem Dreikampf zwischen Weltmeisterin Ditaji Kambundji, Olympiasiegerin Masai Russell und Weltrekord-Frau Tobi Amusan. Auch Annik Kälin wird in dieser Disziplin antreten. Im 800 m Rennen der Frauen will Audrey Werro ihren Vorjahressieg wiederholen.
Im 400 m Hürden Rennen der Männer trifft Karsten Warholm auf Alison dos Santos, der Warholm in dieser Saison bereits dreimal über die 400 m Hürden und einmal über die 300 m Hürden geschlagen hat. Beide Athleten zeigten kürzlich beim Wanda Diamond League Meeting in Silesia starke Leistungen mit Zeiten von 46,43 für dos Santos und 46,52 für Warholm. Diese Zeiten gehören zu den schnellsten, die jemals in dieser Disziplin gelaufen wurden.
Source: nzz.ch