Birmingham: Mumenthaler gewinnt EM-Bronze über 200 Meter

200-m-Final in Birmingham - Titelverteidiger Mumenthaler sprintet zu EM-Bronze

Mumenthaler sichert sich Bronze

In Birmingham hat Timothé Mumenthaler bei der Leichtathletik-EM die Bronzemedaille im 200-Meter-Lauf gewonnen. Er erreichte die Ziellinie zeitgleich mit dem Italiener Eseosa Fostine Desalu. Die Entscheidung über den dritten Platz war lange unklar und wurde erst nach einer Wartezeit bekannt gegeben, da selbst Tausendstel keine Differenz zwischen den beiden Läufern zeigten. Dies führte dazu, dass zwei Bronzemedaillen vergeben wurden.

Der Genfer Sprinter, der 23 Jahre alt ist, lief die Strecke in 20,26 Sekunden. Vor ihm platzierten sich der Deutsche Owen Ansah, der Gold gewann, und der Brite Zharnel Hughes, der Silber holte. Ansah war der einzige Athlet im Feld, der die 20-Sekunden-Marke unterbot, mit einer Zeit von 19,95 Sekunden. Er distanzierte den zweitplatzierten Hughes (20,16 Sekunden) um mehr als zwei Zehntel.

Mumenthaler zeigte bereits im Halbfinal eine starke Leistung, wo er mit 20,09 Sekunden eine persönliche Bestleistung aufstellte. Besonders sein Start und die Kurve gelangen ihm im Final ausgezeichnet. Obwohl er auf der Zielgeraden nicht mit Ansah und Hughes mithalten konnte, hielt er dem Druck der Konkurrenz stand.

Ein Neuanfang nach schwieriger Zeit

Die Medaille von Mumenthaler ist besonders bemerkenswert, da der Sprinter einen Neuanfang hinter sich hat. Nach seinem EM-Gold in Rom erlebte er eine herausfordernde Phase, die von Verletzungen und dem Druck seines neuen Status geprägt war. Ende 2025 wechselte er nach Italien, wo er sich in Padua einer internationalen Trainingsgruppe anschloss.

Obwohl der Saisonstart für Mumenthaler durchwachsen verlief, hat er mit dem Gewinn der EM-Bronze eindrucksvoll bewiesen, dass seine vorherigen Erfolge keine Eintagsfliege waren. Nach dem Halbfinal hatte Mumenthaler noch grössere Ambitionen geäussert, indem er sagte, er sei hier, um zu gewinnen. Im Interview nach seinem Bronzegewinn zeigte er sich jedoch zufrieden mit der Medaille und betonte, dass er seine Konstanz unter Beweis stellen konnte. Besonders hob er seinen Halbfinal-Lauf mit 20,09 Sekunden hervor, der ihm besonders gefallen habe.

Reais erreicht den achten Platz

Ein weiterer Schweizer Athlet im 200-Meter-Final war William Reais, der den achten Platz belegte. Er lief die Strecke in 20,68 Sekunden. Im Gegensatz zu vor zwei Jahren in Rom, wo er Bronze gewann, blieb Reais diesmal ohne Medaille. Der Bündner konnte bis zum Ausgang der Kurve mithalten, hatte aber auf der Zielgeraden keine Chance mehr, weiter nach vorne zu kommen.

Reais gab an, am Ende nicht alles gegeben zu haben, um Kräfte für die Staffel am Wochenende zu sparen. Im Halbfinal hatte er sich mit 20,35 Sekunden für den Endlauf qualifiziert, wobei er das Hundertstel-Glück auf seiner Seite hatte. Felix Svensson hingegen schied in den Vorläufen über 200 Meter aus, während Mumenthaler und Reais für die Halbfinals gesetzt waren.

Die Schweizer Athleten zeigten insgesamt eine starke Präsenz im 200-Meter-Wettbewerb der Leichtathletik-EM in Birmingham. Mumenthalers Medaille ist ein Höhepunkt für das Schweizer Team.

Weitere Ergebnisse der Leichtathletik-EM

Neben den 200-Meter-Läufen gab es weitere Wettbewerbe bei der Leichtathletik-EM. Im Speerwurf-Wettkampf schieden die Schweizer Simon Wieland und Franck di Sanza nach drei Versuchen aus. Ihnen fehlte einiges, um sich einen der zwölf Plätze im Final zu sichern. Wieland erreichte seine beste Weite von 76,05 Metern zum Abschluss, womit ihm rund drei Meter zur Finalqualifikation fehlten. In der laufenden Saison hatte Wieland den Speer bereits über 80 Meter geworfen.

Di Sanza musste sich mit 72,61 Metern begnügen und blieb damit in Birmingham unter der 80-Meter-Grenze, die er in seiner Karriere noch nie übertroffen hatte. Im Zehnkampf setzte sich der Weltmeister Leo Neugebauer durch und wurde auch Europameister. Der Deutsche hielt seinen Landsmann Niklas Kaul mit 8611 Punkten in Schach, der 2022 in München Gold gewonnen hatte. Simon Ehammer, der in Götzis mit 8778 Punkten siegte, bleibt der beste Zehnkämpfer weltweit im Jahr 2026. Von den drei Schweizer Mehrkämpfern in Birmingham erreichte Andrin Huber mit 8137 Zählern den neunten Rang.

Die Leichtathletik-EM in Birmingham bietet weiterhin spannende Wettkämpfe und Möglichkeiten für die Athleten, ihre Leistungen unter Beweis zu stellen.

Source: srf.ch

Sportredakteur mit Schwerpunkt Fussball, Super League und internationale Wettbewerbe.