Weltmeisterin Esther González wechselt nach Saudi-Arabien und erntet Kritik

Die spanische Fussball-Weltmeisterin Esther González steht im Mittelpunkt einer Kontroverse nach ihrem Wechsel zum saudi-arabischen Erstligisten Al-Qadsiah. Die Stürmerin, die 2023 mit Spanien den Weltmeistertitel gewann, hatte zuvor ihren Vertrag beim US-Klub Gotham FC aufgelöst, was zu Spekulationen über eine Fussballpause führte.
Am 27. Juli löste die 33-jährige Stürmerin ihren laufenden Vertrag beim Gotham FC auf. Als Grund wurden damals „persönliche Gründe“ angegeben. Der Verein teilte mit, dass sich González „vorübergehend aus dem Fussball zurückziehen“ wolle, um sich in Spanien um private Angelegenheiten zu kümmern. Viele Fans äusserten sich besorgt und wünschten ihr alles Gute für diese Auszeit.
Kontroverser Wechsel und Reaktionen
Die vermeintliche Auszeit entpuppte sich jedoch als kurz. Rund vier Wochen nach der Vertragsauflösung gab González ihren Wechsel zu Al-Qadsiah in Saudi-Arabien bekannt. Die Offensivspielerin, die 59 Länderspiele bestritten und 37 Tore erzielt hat, unterzeichnete einen Einjahresvertrag mit der Option auf eine weitere Saison. Da ihr Vertrag beim Gotham FC zuvor aufgelöst worden war, musste Al-Qadsiah keine Ablösesumme zahlen.
Dieser Transfer löste in den sozialen Medien und unter den Fans überwiegend negative Reaktionen aus. Viele Nutzer äusserten Unverständnis und Enttäuschung über den Schritt, sowohl aus sportlicher als auch aus ethischer Sicht. Kommentare wie „Was für eine Schande. Kann man noch tiefer sinken?“ und „Also, Geld ist für dich wichtiger als deine Überzeugungen? Schäm dich“ wurden auf Plattformen wie Instagram geäussert. Der Vorwurf der „Heuchelei“ wurde von vielen Anhängern erhoben.

Die Kritik verstärkt sich durch die private Situation von González. Die Spanierin machte vor drei Jahren ihre Beziehung zu Estefania Cruz öffentlich. Im Januar dieses Jahres wurden die beiden Eltern eines gemeinsamen Kindes. Beobachter stellten fest, dass nach Bekanntwerden des Wechsels gemeinsame Fotos des Paares von González’ Instagram-Profil verschwunden sind.
Menschenrechtslage in Saudi-Arabien
Die Entscheidung von González, nach Saudi-Arabien zu wechseln, wird auch im Kontext der Menschenrechtslage des Landes diskutiert. In Saudi-Arabien sind sexuelle Handlungen ausserhalb einer heterosexuellen Ehe strafbar. Gleichgeschlechtlichen Paaren drohen besonders harte Konsequenzen, die bis zur Todesstrafe reichen können. Dass eine offen homosexuell lebende Spielerin in ein solches Land wechselt, befeuert die Debatte zusätzlich.
Kritiker werfen González Heuchelei vor, insbesondere da Saudi-Arabien mit erheblichen finanziellen Mitteln versucht, sein internationales Image durch den Sport zu verbessern. Gleichzeitig leben queere Menschen im Land weiterhin in ständiger Angst vor Verfolgung. Eine Nutzerin auf Instagram schrieb: „Ich weiss, dass Geld sehr wichtig ist, aber als queer Frau mit einer Ehefrau und einem Kind dort hin zu gehen, ist völlig unverständlich. Ich habe allen Respekt für Esther verloren.“
Der Frauenfussball galt historisch als ein Bereich, der sich für queere Sichtbarkeit und Akzeptanz im Leistungssport eingesetzt hat. Kritiker befürchten, dass der Wechsel von González diesen Fortschritt in Frage stellen könnte. Die spanische Nationalspielerin Esther González hatte ihren Vertrag beim Gotham FC am 27. Juli aufgelöst.
Source: gmx.ch