Andorra: Gall zeigt sich nach vierter Vuelta-Etappe zufrieden

Wird Gall auch bei der Vuelta “Best of the Rest“?

Gall nach Pyrenäen-Etappe optimistisch

Nach der vierten Etappe der Vuelta a España in Andorra zeigte sich Felix Gall (Decathlon – CMA CGM) trotz der Dominanz von Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG) zufrieden mit seiner Leistung. Der Kapitän des Decathlon-Teams blickte positiv auf die anspruchsvolle Kletterprüfung zurück, insbesondere da sein Team massgeblich am Renngeschehen beteiligt war.

Gall lobte die Stärke seiner Teamkollegen, insbesondere Gregor Mühlberger, der in den Anstiegen das Tempo mehrmals erhöhte, um das Feld zu reduzieren und Gall Angriffe vorzubereiten. Gall selbst erklärte, er habe viel versucht und gelitten, könne sich aber nichts vorwerfen. Er betonte, dass der Tag in den Bergen dem Team viel Selbstvertrauen für die restliche Vuelta gebe.

Obwohl es Gall nicht gelang, seine Gegner in der sechsköpfigen Verfolgergruppe abzuschütteln und er sich im Kampf um den zweiten Platz dem Belgier Jarno Widar (Lotto – Intermarché) geschlagen geben musste, blieb sein Fazit positiv. Er konnte sechs Bonussekunden sammeln und verbesserte sich im Gesamtklassement um 56 Positionen auf den siebten Rang.

Der Sportliche Leiter von Decathlon, Cyril Dessel, äusserte sich ebenfalls zufrieden mit dem dritten Platz von Gall. Der Plan sei gewesen, Gall im zweiten Anstieg in eine gute Position zu bringen, um dort einen Angriff zu versuchen. Obwohl dies nicht vollständig gelang, zeigte sich Dessel stolz auf die Initiative und Leistung seiner Fahrer.

Offensive Strategie für die kommenden Etappen

Gall, der bereits beim Giro d’Italia als «Best of the Rest» galt, könnte diese Rolle auch bei der letzten Grand Tour des Jahres einnehmen. Er war der einzige Fahrer, der versuchte, Pogacar bei dessen Attacke 50 Kilometer vor dem Ziel zu folgen, musste dieses Unterfangen jedoch schnell abbrechen. Unterstützt von Mühlberger bestimmte Gall anschliessend das Geschehen in der Verfolgergruppe.

Auf der Zielgeraden eröffnete der Osttiroler sogar den Sprint, musste sich aber Widar geschlagen geben. Im Gesamtklassement liegt Gall nun 3:57 Minuten hinter dem führenden Pogacar. Zu Primoz Roglic (Red Bull – Bora – hansgrohe), dem neuen Gesamtzweiten, fehlen ihm lediglich 36 Sekunden.

Dessel kündigte an, dass das Team an seiner offensiven Strategie festhalten wolle. Er merkte an, dass einige Fahrer Pogacar aufgrund dessen Stärke nicht folgen würden. Jedoch könnte sich aus einer Attacke die Möglichkeit ergeben, sich mit einer kleinen Gruppe vom Rest abzusetzen. Das Team werde weiterhin versuchen, Pogacar zu folgen.

Vuelta a España 2026: Bisheriger Verlauf

Die 81. Ausgabe der Vuelta a España begann am 22. August mit einem Einzelzeitfahren in Monaco. Die Route führte in den ersten Etappen durch Frankreich und Andorra, bevor sie ab dem fünften Renntag das spanische Festland erreichte. Die dritte Etappe am 24. August von Gruissan-Aude nach Font Romeu musste aufgrund eines Hagelsturms abgebrochen und nicht gewertet werden. Die Profis suchten in einem Hotel Unterschlupf und wurden dort versorgt.

Die vierte Etappe am 25. August, eine 104,8 Kilometer lange Hochgebirgsrunde mit Start und Ziel in Andorra la Vella, sah einen dominanten Tadej Pogacar. Er gewann die Etappe nach einem 50,3 Kilometer langen Solo mit einem Vorsprung von 2:39 Minuten vor Jarno Widar. Pogacar, der auch das Auftaktzeitfahren gewonnen hatte, baute seinen Vorsprung in der Gesamtwertung auf 3:21 Minuten vor Primoz Roglic aus.

Die Vuelta a España 2026 umfasst insgesamt 21 Etappen, darunter flache und hügelige Abschnitte, zwei Einzelzeitfahren und mehrere Bergetappen. Zwei Ruhetage sind am 31. August und 7. September vorgesehen. Die Rundfahrt endet am 13. September in Granada.

Am 26. August steht die fünfte Etappe an, eine 173,4 Kilometer lange hügelige Strecke von Falset . Costa Daurada nach Roquetes. Terres de l’Ebre. Für diese Etappe wird erwartet, dass der Sieg an einen Sprinter gehen könnte.

Die sechste Etappe am 27. August führt über 177,4 Kilometer von Alcossebre nach Castelló. Am 28. August folgt die siebte Etappe, eine 149,8 Kilometer lange Hochgebirgsprüfung von Vall d’Alba nach Aramón Valdelinares. Die achte Etappe am 29. August ist eine Flachetappe über 171 Kilometer von Puçol nach Xeraco. Die neunte Etappe am 30. August, eine 187,4 Kilometer lange Hochgebirgsstrecke von La Vila Joiosa/ Villajoyosa zum Alto de Aitana.Costa Blanca, bildet den Abschluss vor dem ersten Ruhetag.

Aus der Schweiz nehmen Stefan Küng, Roland Thalmann und Fabian Weiss an der Rundfahrt teil.

Die Vuelta a España wird bis zum 13. September fortgesetzt.

Source: radsport-news.com

Sportredakteur mit Schwerpunkt Fussball, Super League und internationale Wettbewerbe.