New York: Federer kehrt für emotionale Showmatches zurück

Federers Rückkehr ins Arthur Ashe Stadium
Roger Federer kehrte für Showmatches ins Arthur Ashe Stadium in New York zurück, vier Jahre nach seinem Rücktritt. Der 45-Jährige bestritt zwei Show-Matches, die von zahlreichen Fans bejubelt wurden. Von 2004 bis 2008 gewann Federer die US Open fünfmal in Serie und ist damit Rekordsieger des Turniers, zusammen mit Jimmy Connors und Pete Sampras. Sein letzter Auftritt bei den US Open war 2019, als er im Viertelfinale ausschied.
Die Rückkehr des 20-fachen Grand-Slam-Siegers wurde von einer ausverkauften Arena mit 24.000 Fans gefeiert. Die Stimmung im Arthur Ashe Stadium war, wie in New York üblich, laut und lebhaft. Vor den Showmatches begeisterte Federer bereits beim Training die Fans. Ein junger Fan brach vor Freude in Tränen aus, als Federer ihm nach einem Ballwechsel den Spielball zuspielte. Dieser berührende Moment ereignete sich während eines Trainingsmatches mit Lorenzo Musetti.
Spannende Duelle und familiäre Unterstützung
Im ersten Showmatch traf Federer auf seinen langjährigen Rivalen Andy Roddick. Während seiner aktiven Karriere hatte Federer eine Bilanz von 21:3 Siegen gegen den Amerikaner. Auch in diesem Showmatch zeigte Federer sein Können und gewann mit 6:3. Roddick, bekannt für seine Aufschläge, beeindruckte ebenfalls. Ein Aufschlag von Roddick erreichte 209 km/h, was Federer als «Wahnsinnsaufschlag» bezeichnete und hinzufügte, er habe «so einen Aufschlag seit Jahren nicht mehr gesehen».
Nach dem Einzelduell folgte ein Doppel, bei dem Federer an der Seite von John McEnroe antrat, während Roddick mit Andre Agassi spielte. Federer und McEnroe gewannen dieses Match mit 7:5. McEnroe, der einst Balljunge in New York war und unweit des Stadions aufwuchs, äusserte sich begeistert über das Spiel an Federers Seite und verglich es mit einem US-Open-Final. Federer lobte McEnroes Ballgefühl und seine Fähigkeit, mit harten Aufschlägen umzugehen.
Ein besonderer Aspekt der Rückkehr war die Anwesenheit von Federers gesamter Familie. Seine vier Kinder, Myla und Charlene (beide 17) sowie Leo und Lenny (beide 12), Ehefrau Mirka und seine Eltern sassen auf der Tribüne. Die US Open würdigten Federer mit einer Drohnenshow, die ein Bild des Maestros und den Schriftzug «New York liebt Roger Federer» an den Nachthimmel zauberte. Federers Mutter Lynette vergoss Freudentränen, als ihr Sohn gefeiert wurde.
Emotionen und Zukunftsaussichten
Federer selbst zeigte sich tief bewegt von der Unterstützung und der Atmosphäre. Er genoss den Auftritt in New York und wippte bei den Seitenwechseln im Takt der Musik. Besonders erfreut war er über das Erscheinen von Cameron Hughes, einem bekannten Fan, der für seine Tanzshows auf den Tribünen bekannt ist. Hughes zog erneut mehrere Shirts aus, bis auf seiner Brust «New York liebt Roger Federer» zu lesen war.
Trotz der emotionalen Rückkehr und der Möglichkeit, «irgendwann wieder die Gelegenheit» zu haben, auf diesem Platz zu spielen, schloss Federer ein tatsächliches Comeback aus. Er betonte dies bereits bei einer Pressekonferenz vor den Showspielen. Die Rückkehr war auch ein Vorbote für seine Aufnahme in die International Tennis Hall of Fame am Samstag und seine offizielle Verabschiedung am Montag.
Die Showmatches fanden am Dienstag statt, während die Hauptrunde des Major-Turniers am 30. August beginnt.
Source: blick.ch