Ferrari-Teamchef Vasseur räumt Fehler ein: Hamilton und Leclerc unzufrieden nach Zandvoort

Ferrari kämpft mit Strategie und Umsetzung
Nach dem Großen Preis der Niederlande in Zandvoort steht Ferrari unter Druck. Obwohl das Team rechnerisch noch Chancen auf den ersten Fahrertitel seit 2007 hat, betonte Teamchef Frederic Vasseur die Notwendigkeit besserer Wochenenden. Er erklärte, dass das Tempo in beiden Rennen gut gewesen sei, die Umsetzung im Qualifying und im Rennen jedoch nicht optimal war. Vasseur hob hervor, dass es nicht nur um das Potenzial gehe, sondern um die konsequente Umsetzung über das gesamte Wochenende hinweg.
Lewis Hamilton, der aktuell 59 Zähler hinter WM-Leader Kimi Antonelli liegt, äusserte ebenfalls seine Unzufriedenheit. Die teaminterne Kommunikation und Strategie während des Rennens führten zu Frustrationen, die Hamilton nach dem Rennen aufarbeiten möchte. Er betonte die Notwendigkeit einer besseren Zusammenarbeit innerhalb des Teams, um die maximale Punktzahl zu erreichen und Podestplätze nicht zu verpassen.
Kontroverse um Teamorder und Boxenstopps
Ein zentrales Thema in Zandvoort war die undurchsichtige Teamstrategie von Ferrari. Charles Leclerc sollte in der 42. Runde neue Reifen erhalten, entschied sich jedoch, länger auf der Strecke zu bleiben. Direkt hinter ihm fuhr Lewis Hamilton, der zu diesem Zeitpunkt schneller war und vorbeiziehen wollte. Hamilton äusserte seinen Unmut sarkastisch am Funk: „Super Art, um Zeit zu verschwenden! Gute Arbeit!“
Hamilton klagte nach dem Rennen, dass er wertvolle Sekunden hinter Leclerc verloren habe, der auf Medium-Reifen Schwierigkeiten hatte. Er war der Ansicht, dass die Entscheidung für einen Platztausch früher hätte getroffen werden müssen, um einen Podestplatz zu sichern. Leclerc hingegen erklärte, er sei nie explizit aufgefordert worden, seinen Platz preiszugeben, und habe sich auf sein eigenes Tempo konzentriert. Er sprach von „normalen Diskussionen während eines Rennens“, die von aussen möglicherweise schlimmer ausgesehen hätten.
Ferrari-Teamchef Fred Vasseur räumte Fehler ein und erklärte, dass es schwierig gewesen sei, Lewis Hamilton die Situation über Funk zu erklären, ohne die eigene Strategie den Gegnern preiszugeben. Er kritisierte auch Leclercs schlechten Start, bei dem eine Position an Piastri verloren ging, obwohl Leclerc auf weichen Reifen unterwegs war. Vasseur betonte, dass eine Startposition als Fünfter und Sechster in Zandvoort die Situation bereits beeinträchtige.
Blick nach vorn: Monza und Budgetcap-Diskussionen
Für den kommenden Heimlauf in Monza plant Ferrari, einen verbesserten Motor einzusetzen. Dies soll Leclerc und Hamilton ermöglichen, in der Startaufstellung weiter vorne zu stehen. Vasseur wird in Zukunft eine klarere Linie vom Kommandostand fordern müssen, um Missverständnisse und teaminterne Konflikte zu vermeiden, insbesondere wenn es um Podestplätze oder Siege geht.
Abseits der Rennstrecke gibt es auch Diskussionen um die Budgetobergrenze und die bevorstehenden Rennen in Katar und Abu Dhabi. Frederic Vasseur wies darauf hin, dass die Kosten für die Reise und die Durchführung dieser beiden Rennen enorm seien. Sollten diese Rennen abgesagt werden, könnte das freigesetzte Geld für andere Zwecke, wie die Entwicklung, eingesetzt werden. Eine Entscheidung über die Austragung dieser Rennen muss aus logistischen Gründen bis September getroffen werden.
Experten wie Nico Rosberg äusserten sich auch zu Kimi Antonelli und dessen mentaler Belastung im Titelkampf. Rosberg, Weltmeister von 2016, verwies auf seine eigenen Erfahrungen und die psychologischen Herausforderungen, wenn ein Traum vom Titel greifbar nahe ist. Er betonte, dass Antonelli als Mensch ebenfalls mentalen Problemen ausgesetzt sein könnte, was sich in den letzten Rennen der Saison zeigen könnte.
Max Verstappen hingegen erklärte, dass Red Bull in der laufenden Saison 2026 keine grosse Wende mehr erwarten könne. Er merkte an, dass das Team über die gesamte Saison hinweg durchschnittlich das viertschnellste gewesen sei und man bereits an das nächste Jahr denken müsse, um deutliche Leistungssteigerungen zu erzielen. Mercedes-Teamchef Toto Wolff warnte derweil vor der Bedrohung durch McLaren, die mit Lando Norris zuletzt zwei Rennen in Folge gewonnen haben, obwohl Norris noch 83 Punkte hinter Antonelli liegt.
Lewis Hamilton liegt nach dem Niederlande-GP 59 Punkte hinter WM-Spitzenreiter Antonelli.
| # | Fahrer | Team | Punkte | |
|---|---|---|---|---|
| # | Fahrer | Team | Punkte | |
| 1 | Kimi Antonelli | Mercedes AMG F1 Team | 242 | |
| 2 | George Russell | Mercedes AMG F1 Team | 183 | |
| 3 | Lewis Hamilton | Ferrari | 183 | |
| 4 | Lando Norris | McLaren | 159 | |
| 5 | Charles Leclerc | Ferrari | 155 |
Der CMO von Colapinto-Sponsor Mercado Libre, Sean Summers, kritisierte die FIA-Rennkommissare scharf in den sozialen Medien und warf ihnen vor, die Integrität der Formel 1 zu untergraben und Rennergebnisse zu beeinflussen. Er sprach von Inkompetenz oder Unehrlichkeit innerhalb der Organisation.
Der deutsche Fahrer Nico Hülkenberg erhielt nach seinem achten Platz in Zandvoort, wo er als „Best of the Rest“ abschnitt, ein Sonderlob von Audi-Rennleiter Al.
Source: motorsport-total.com