Bern: SCB strebt nach Verlusten und verpassten Playoffs Neuausrichtung an

Lüthi-Nachfolger Fuhrer: Der neue Boss verordnet SCB Demut - Blick

Der SC Bern hat bei seiner Jahresmedienkonferenz eine Neuausrichtung vorgestellt, nachdem der Verein einen Verlust von rund 175’000 Franken verzeichnete und die Playoffs verpasste. Der neue CEO Jürg Fuhrer, Nachfolger von Marc Lüthi, betonte die Notwendigkeit von Demut und Taten. Er erklärte, dass in den vergangenen Jahren „eigentlich genug geredet“ wurde und es nun an der Zeit sei, zu handeln. Fuhrer zeigte sich überrascht, dass der finanzielle Verlust nicht höher ausfiel, angesichts der sportlich und kommerziell nicht zufriedenstellenden letzten Saison.

Nachdem der SCB im Vorjahr noch den dritten Platz belegt hatte und Ambitionen auf die Spitze hegte, rutschte das Team auf Rang neun ab und verpasste die Playoffs. Diese Enttäuschungen haben Spuren hinterlassen, was sich auch im Verkauf von Saisonabos zeigt, da die frühere Marke von 12’000 Abos, bei der der Verkauf gestoppt wurde, voraussichtlich nicht mehr erreicht wird. Trotz der neuen Bescheidenheit bleibt das Ziel, den Klub schrittweise wieder zu einer Vorzeigeorganisation zu entwickeln und „in die Moderne“ sowie „an die Spitze“ zu führen. Für die kommende Saison ist das Erreichen der Playoffs als Minimalziel definiert.

Personelle Veränderungen und sportliche Strategie

Um die angestrebte Neuausrichtung zu erreichen, wurden sowohl in der Führungsebene als auch im Team Veränderungen vorgenommen. Neben Jürg Fuhrer als CEO sind auch Pascal Signer als Chief Hockey Officer (zuvor COO) und Matthias Röthlisberger als Kommunikationschef neu im Amt. Im Kader wurden ebenfalls Anpassungen vorgenommen: Die erfahrenen Spieler Ramon Untersander und Joel Vermin wurden trotz laufender Verträge entlassen. Romain Loeffel wurde im Tausch für den ehemaligen Lausanne-Goalie Connor Hughes verpflichtet, wodurch der Verein im Tor nicht mehr auf einen ausländischen Spieler angewiesen ist. Zudem wurde der Verteidiger Rodwin Dionicio von Biel geholt.

Pascal Signer äusserte sich überzeugt, dass die Verpflichtung von Hughes dem Team eine andere Stabilität verleihen wird als in den letzten zwei bis drei Jahren. Bezüglich der Rollenverteilung mit Sportdirektor Martin Plüss, der nach dem Play-In-Debakel in Rapperswil kritisiert wurde, erklärte Signer, dass Plüss für die Kaderplanung und Transfers in der National League verantwortlich ist. Signer selbst sieht seine Aufgabe darin, den übergeordneten Rahmen vorzugeben und die verschiedenen Bereiche aufeinander abzustimmen. Er betonte, dass er seit einigen Jahren im Profihockey tätig ist und die sportlichen Zusammenhänge gut versteht, wobei seine Funktion vor allem darin besteht, die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen.

Fokus auf Kontinuität und neue Vereins-DNA

Nach Jahren ständiger Wechsel strebt der SCB nun Kontinuität an. Signer, der vier Jahre als CEO bei Kloten und vier Jahre als COO beim SCB tätig war, betonte die Wichtigkeit, als Sportorganisation Widerstände zu überstehen und gemeinsam gestärkt daraus hervorzugehen. Er sprach davon, vom „Zickzackkurs abzukommen“ und nicht die Nerven zu verlieren, wenn es schwierig wird. Jürg Fuhrer, der seit etwas mehr als 100 Tagen im Amt ist, zieht eine erste Bilanz und arbeitet intensiv an der Neuausrichtung des Vereins. Er fordert Transparenz und Haltung, um den SCB nach den Turbulenzen der jüngeren Vergangenheit wieder in ruhigeres und erfolgreicheres Fahrwasser zu bringen.

Fuhrer strebt die Formung einer neuen Vereins-DNA an, deren Säulen eine verständliche Struktur, transparente Entscheidungen und klare Verantwortlichkeiten sind. Diese Faktoren betrachtet er als zentrale Erfolgsfaktoren in guten wie in schlechten Zeiten. Erste Handlungsfelder wurden bereits adressiert, wobei neben der ersten Mannschaft auch die Nachwuchsförderung und die clubeigene Gastronomie im Fokus stehen. Der Austausch mit seinem Vorgänger Marc Lüthi läuft harmonisch weiter. Fuhrer möchte ein Team sehen, auf das die Fans stolz sein können, nicht nur wegen der Resultate, sondern auch wegen der Haltung des Teams.

Der Veränderungsprozess ist nicht geräuschlos verlaufen, wie Abgänge in der Organisation zeigen, darunter Entlassungen und Freistellungen wie die von Justin Krueger. Fuhrer begegnet der Kritik gefasst und betont, dass Wechsel auf Schlüsselpositionen naturgemäss auffallen, es aber gelte, Lebensleistungen zu respektieren und den Blick nach vorne zu richten. Der neue CEO möchte die Fans wieder stolz machen und den Klub wieder an die Spitze führen, wobei das Erreichen der Playoffs für die kommende Saison das Mindestziel ist.

Source: blick.ch

Sportredakteur mit Schwerpunkt Fussball, Super League und internationale Wettbewerbe.