Birmingham: Kälin auf Rang 4 nach Hürdensprint und Hochsprung

Die Schweizer Siebenkämpferin Annik Kälin belegt bei der Leichtathletik-EM in Birmingham nach den ersten beiden Disziplinen den vierten Zwischenrang. Sie startete mit einer persönlichen Bestzeit im Hürdensprint, gefolgt von einem Hochsprung, der unter ihrer Saisonbestleistung lag.
Kälin startet stark im Hürdensprint
Im 100-Meter-Hürdensprint zeigte Annik Kälin eine beeindruckende Leistung. Sie lief in 12,59 Sekunden eine neue persönliche Bestzeit und stellte damit die beste Zeit aller 24 Konkurrentinnen auf. Diese Leistung ist bemerkenswert, da die Goldmedaille in der Spezialdisziplin 100 Meter Hürden am Dienstag in 12,67 Sekunden an Nadine Visser aus den Niederlanden ging.
Die 26-jährige Athletin, die als Gold-Favoritin gilt, legte damit einen starken Start in den Siebenkampf im Alexander Stadium hin. Ihre Zeit im Hürdensprint unterstreicht ihr Potenzial in dieser Disziplin.
Hochsprung mit kleinem Dämpfer
Nach dem erfolgreichen Hürdensprint folgte der Hochsprung. Kälin begann gut und blieb bis zu einer Höhe von 1,74 Metern fehlerfrei. Jedoch scheiterte sie dreimal an dieser Höhe und musste sich schliesslich mit 1,71 Metern zufriedengeben. Dieses Ergebnis liegt vier Zentimeter unter ihrer Saisonbestleistung in dieser Disziplin.
Mit den erreichten 1,71 Metern im Hochsprung und der Leistung im Hürdensprint sammelte Annik Kälin insgesamt 2054 Punkte. Damit liegt sie nach den ersten zwei von insgesamt sieben Disziplinen auf dem vierten Zwischenrang. Der Rückstand auf die führende Polin Adrianna Sulek-Schubert beträgt 81 Zähler, die 2135 Punkte aufweist.
Vor Kälin liegen neben Adrianna Sulek-Schubert auch Kate O’Connor aus Irland mit 2134 Punkten und die Deutsche Sophie Weissenberg mit 2074 Punkten. Die Medaillenränge sind für Kälin weiterhin in Reichweite.
Weitere Schweizer Athleten im Einsatz
Neben Annik Kälin waren weitere Schweizer Athleten bei den Europameisterschaften in Birmingham aktiv. Speerwerferin Leonie Hügli zeigte eine überzeugende Leistung und qualifizierte sich mit einem neuen Schweizer Rekord für den Final. Sie warf den Speer im dritten und letzten Versuch der Qualifikation auf 62,33 Meter, womit sie ihren bisherigen nationalen Bestwert um weitere 15 Zentimeter übertraf.
Hügli hatte bereits Mitte Mai bei einem Werfermeeting in Halle in Westfalen mit 61,94 Metern als erste Schweizerin die 60-Meter-Marke überschritten und damit die Selektionskriterien für die EM erfüllt. Mitte Juli gelang ihr beim Meeting Spitzenleichtathletik Luzern ein Wurf auf 62,18 Meter, was bis zum Freitag der gültige Rekord war. Eine zweite Schweizerin, Sabrina Boss, war ebenfalls im Speerwerfen im Einsatz, nachdem sie Hügli vor vier Wochen bei den Schweizer Meisterschaften in Zürich bezwungen hatte.
Für den Schweizer Stabhochspringer Justin Fournier endeten die Europameisterschaften in der Qualifikation. Er scheiterte dreimal an der 5,60-Meter-Marke, nachdem er zuvor 5,45 Meter übersprungen hatte, und belegte den 18. Rang.

Die Schweizer 4×400-Meter-Staffel der Männer sicherte sich knapp die Finalteilnahme. Das Quartett um Dany Brand, Ricky Petrucciani, Haydn Brotschi und Lionel Spitz rückte nach der Disqualifikation Frankreichs auf den siebten Platz in der Gesamtrangliste vor.

Das Frauen-Quartett mit Mélanie Roland, Lena Wernli, Annina Fahr und Yasmin Giger verpasste den Finaleinzug deutlich und belegte Platz 12. Für einen Platz unter den besten Acht fehlten den vier Schweizerinnen gut drei Sekunden.
Am Freitagabend stehen für Annik Kälin im Siebenkampf noch das Kugelstossen und der 200-Meter-Lauf auf dem Programm. Die Medaillenentscheidung im Siebenkampf fällt am Samstag.
Source: srf.ch