Mark Dowdle gewinnt den Last Soul Ultra nach 94 Stunden und über 630 Kilometern

Mark Dowdle hat den Last Soul Ultra gewonnen, nachdem er 94 Runden absolviert und dabei eine Strecke von über 630 Kilometern zurückgelegt hat. Das Rennen, das nach dem Backyard-Ultra-Format ausgetragen wird, endete, als sein letzter verbleibender Konkurrent, Ayyoub El Osrouti, in der 94. Runde aufgab. Dowdle musste anschliessend noch eine letzte Solo-Runde absolvieren, um offiziell zum Sieger erklärt zu werden.
Der Last Soul Ultra ist ein Extremsport-Event, bei dem die Teilnehmenden stündlich eine 6,7 Kilometer lange Runde laufen müssen. Wer die Runde nicht rechtzeitig beendet oder nicht antritt, scheidet aus. Das Rennen hat kein festes Ende und dauert so lange, bis nur noch eine Person übrig bleibt.
Rekorde und Teilnehmerfeld
Die Ausgabe 2026 des Last Soul Ultra hat mehrere Rekorde hervorgebracht. Sowohl Dowdle als auch El Osrouti übertrafen mit ihren 94 Runden die bisherige Bestmarke für die meisten Runden bei einem Backyard Ultra auf deutschem Boden. Der vorherige Rekord lag bei 90 Runden, aufgestellt bei den Backyard Masters in Rettert im Jahr 2022.
Bei den Frauen stellte Caroline Maria Bolte einen neuen deutschen Rekord auf. Sie absolvierte 52 Runden und übertraf damit die bisherige Bestmarke von Marina Kollassa um genau eine Runde. Bolte legte dabei eine Strecke von 348,7 Kilometern zurück. Ihr Ausscheiden erfolgte am Sonntagnachmittag, woraufhin noch acht Männer im Rennen verblieben. Am Montagnachmittag waren es noch drei Läufer, darunter Dowdle, El Osrouti und Norman Mascher-Aspensjö.
El Osrouti war bereits bei der Premiere des Last Soul Ultra im Jahr 2025 bis zum Schluss im Rennen. Damals musste er nach 66 Runden wegen einer Achillessehnenreizung aufgeben, was Kim Gottwald den Sieg einbrachte. Diese Blessur bereitete ihm auch bei der diesjährigen Austragung offenbar erneut Probleme.
Dowdle zeigte sich in starker Form, nachdem er erst im April 2026 den Go One More Ultra in Texas nach 73 Runden gewonnen hatte. Auch dieses Rennen war ein Zweikampf, der sich bis zur letzten Runde entschied. Beide Athleten, Dowdle und El Osrouti, befanden sich ohne nennenswerten Schlaf bereits am fünften Tag des Rennens, ein Terrain, das laut Veranstalter selbst für sie beide Neuland war.
Das Phänomen Backyard Ultra
Der Last Soul Ultra, der seit letztem Freitag in Deutschland stattfand, ist ein prominentes Beispiel für das wachsende Interesse an Backyard-Ultra-Rennen. Das Format wurde 2011 von Gary «Lazarus Lake» Cantrell erfunden, der auch hinter den Barkley Marathons steht. Die Regeln sind einfach: Jede Stunde muss eine Runde von 6,706 Kilometern absolviert werden. Die verbleibende Zeit bis zum nächsten Start kann zur Erholung genutzt werden. Der letzte Läufer, der eine Solo-Runde erfolgreich beendet, gewinnt.
Der Veranstalter des Last Soul Ultra ist Kim Gottwald, ein 23-jähriger Ultraläufer und Influencer. Er ist in der Lauf-Community in den sozialen Medien gut vernetzt, was zur hohen Präsenz des Rennens beiträgt. Obwohl Zuschauer aus Sicherheits- und Organisationsgründen vor Ort nicht zugelassen sind, konnte das Geschehen rund um die Uhr im Livestream auf YouTube und über die Instagram-Kanäle des Veranstalters verfolgt werden. Bereits die Premiere 2025 verfolgten zeitweise über 40’000 Zuschauer im Livestream, während das diesjährige Rennen zum aktuellen Zeitpunkt sogar schon über 80’000 Zuschauer auf YouTube verzeichnete.
Die Popularität solcher Extremsport-Events zeigt sich auch an anderen Beispielen. Der 28-jährige deutsche Ultraläufer Arda Saatçi zog mit seinem 600-Kilometer-Lauf in Kalifornien Hunderttausende von Zuschauern im Livestream an. Im Mai lief er in 123 Stunden 604,5 Kilometer durch das Death Valley, wobei 2,8 Millionen Menschen zuschauten. Das Beratungsunternehmen Finanzstarter schätzt die Einnahmen dieser Aktion auf 600’000 bis 1,3 Millionen Euro, mit Sponsoren wie Red Bull, Brooks und Mercedes-AMG.
Die Teilnehmer des Last Soul Ultra kommen aus verschiedenen Bereichen, darunter Hyrox-Athleten, Bodybuilder und Triathleten. Viele von ihnen verfügen über Tausende von Followern in den sozialen Medien, was das Rennen zu einem Social-Media-Ereignis macht. Die extreme Laufleistung und das Ausreizen körperlicher und mentaler Grenzen faszinieren immer mehr Menschen am Ultralauf.
Nachdem El Osrouti in der 94. Runde aufgab, sicherte sich Mark Dowdle den Sieg beim Last Soul Ultra.
Source: watson.ch