Andorra: Pogacar dominiert Vuelta-Etappe mit Solofahrt

Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG) hat die Vuelta a Espana 2026 auf der vierten Etappe in Andorra la Vella mit einer beeindruckenden Solofahrt dominiert. Der Slowene attackierte bereits 50 Kilometer vor dem Ziel auf der 104,8 Kilometer langen Schleife und erreichte das Ziel mit einem deutlichen Vorsprung. Diese Leistung festigt seine Position als Gesamtführender.
Pogacar setzte sich am Collada de Beixalis, der zweiten Bergwertung des Tages, unwiderstehlich ab und wurde von seinen Verfolgern nicht mehr eingeholt. Er beendete die Etappe mit 2:39 Minuten Vorsprung vor Jarno Widar (Lotto – Intermarché) und Felix Gall (Decathlon – CMA CGM). Die Etappe umfasste 3.009 Höhenmeter in den Pyrenäen.
Pogacars Dominanz und die Reaktionen
Pogacar selbst beschrieb die Etappe als «ziemlich hart», zeigte sich aber zufrieden mit dem Ergebnis. Er betonte, dass er sich nun «ruhig und selbstbewusst in die kommenden Tage» begeben könne. Für ihn war es der fünfte Etappensieg bei der Vuelta, und er führt nun auch in der Berg- und Sprintwertung.
Oscar Onley (Netcompany – Ineos), der den vierten Platz belegte und das Trikot des besten Jungprofis übernahm, äusserte sich zur Dominanz Pogacars: «Ich bin nicht wirklich überrascht von Pogacars Dominanz. Wir lassen ihn einfach sein Ding machen. Dann fahren wir unser eigenes Rennen.» Onley gab an, dass er aufgrund von Magenproblemen die ganze Nacht wach gewesen sei, aber dennoch zufrieden mit seiner Leistung war.
Auch Enric Mas (Movistar), der als Sechster ins Ziel kam, erkannte Pogacars Überlegenheit an. Er erklärte, dass sein Team um den zweiten Platz und das Podium kämpfe, was den Erwartungen entspreche. Mas lobte die Leistung seines Teams, obwohl er persönlich keine Sekunden gutmachen konnte. Er betonte, dass Tadej der Beste sei und sich die anderen Fahrer auf ihre eigene Leistung konzentrieren müssten.
Sepp Kuss (Visma – Lease a Bike), Fünfter der Etappe, freute sich über seine gute Form auf den Strassen, die er täglich befährt. Er versuchte zunächst, in die Ausreissergruppe zu gelangen, konzentrierte sich dann aber darauf, sein Bestes zu geben, als dies nicht gelang. Kuss zeigte sich zufrieden mit seinem Gefühl während des Rennens.
Primoz Roglic (Red Bull – Bora – hansgrohe), der den siebten Platz belegte, äusserte sich ebenfalls zur Etappe. Er war froh, überhaupt dabei zu sein, da er noch vor einigen Wochen nicht auf dem Rad sitzen konnte. Roglic bezeichnete seine Leistung als einen persönlichen Sieg und hofft auf zukünftige Verbesserungen.
Taktische Überlegungen und Ausblick
Der Sportliche Leiter von Decathlon – CMA CGM, Cyril Dessel, erläuterte die Strategie seines Teams. Der Plan war nicht, direkt gegen Pogacar anzutreten, sondern Zeit auf andere Podiumskandidaten gutzumachen. Sie wollten Felix Gall in eine gute Position bringen, um eine Attacke zu versuchen. Obwohl dies nicht wie geplant funktionierte, war Dessel mit dem dritten Platz von Gall zufrieden und betonte, dass das Team weiterhin Initiative zeigen werde.
Pogacar führt in der Gesamtwertung mit 3:21 Minuten Vorsprung vor Primoz Roglic. Enric Mas liegt mit 3:32 Minuten Rückstand auf dem dritten Platz. Die Dominanz Pogacars ist so gross, dass die Frage nach dem Gesamtsieg bereits nach der vierten Etappe als weitgehend geklärt erscheint, sofern er keine Rückschläge erleidet.
Die fünfte Etappe führt die Vuelta am Mittwoch nach Spanien. Die Strecke von Falset nach Roquetes in Katalonien ist 174 Kilometer lang und weist ein hügeliges Profil auf. Der Alto de Pauls, eine Bergwertung der dritten Kategorie, liegt 25 Kilometer vor dem Ziel. Es wird erwartet, dass diese Etappe eine Gelegenheit für Sprinter wie Matthew Brennan, Wout van Aert, Mads Pedersen und Kaden Groves sein könnte.
Die Vuelta a Espana endet am 13. September in Granada.

Source: radsport-news.com