Salzburg: PSG gewinnt Supercup gegen Aston Villa

Supercup gegen Aston Villa: Ein guter Tag für PSG (und den Schiedsrichter, den die USA nicht haben wollten)

PSG sichert sich den Supercup-Titel

Paris Saint-Germain hat den Uefa-Supercup in Salzburg gewonnen und damit die Erfolgsserie der Champions-League-Sieger in diesem Wettbewerb fortgesetzt. Die Franzosen besiegten den Europa-League-Gewinner Aston Villa mit 2:1. Die Tore für PSG erzielten Khvicha Kvaratskhelia in der 20. Minute und Désiré Doué in der 61. Minute. Für Aston Villa traf der erst 17 Jahre alte Brian Madjo, dessen Spielberechtigung zuvor für Diskussionen gesorgt hatte.

Das Spiel fand in der Red Bull Arena vor 27.681 Zuschauern statt. Beide Teams zeigten nach einer kurzen Abtastphase eine muntere erste Halbzeit. Kvaratskhelia brachte die Pariser mit einem Rechtsschuss in Führung, nachdem die Engländer den Ball nicht aus dem Strafraum klären konnten. Der georgische Spieler hatte bereits in der vergangenen Saison im Halbfinale der Königsklasse gegen den FC Bayern getroffen.

Aston Villa liess sich durch den Rückstand nicht beirren und drängte auf den Ausgleich. Besonders Madjo stand immer wieder im Fokus, scheiterte jedoch zunächst mit Kopfballversuchen in der 28. und 41. Minute, einem Schlenzer in der 35. Minute und einem Schuss in der 44. Minute. Kurz vor der Pause war der Teenager dann nicht mehr zu stoppen und verwertete eine Flanke von McGinn per Direktabnahme aus kurzer Distanz zum Ausgleichstreffer. Madjo setzte sich dabei gegen Innenverteidiger Pacho durch.

Madjo stellt Rekorde auf und Schiedsrichter Artan im Fokus

Mit seinem Treffer stellte Brian Madjo an diesem Sommerabend in Österreich gleich zwei Bestmarken auf. Mit 17 Jahren und sieben Monaten war er der jüngste Profi, der je in einem Supercup in der Startelf stand. Zudem avancierte er zum jüngsten Torschützen in einem Supercup, womit er den bisherigen Rekord von Ex-Ajax-Star Patrick Kluivert übertraf. Madjos Spielberechtigung war erst Anfang August vom Sportgerichtshof CAS erstritten worden, nachdem die FIFA diese zuvor verweigert hatte.

Die Komplikationen bezüglich Madjos Spielberechtigung ergaben sich aus den FIFA-Richtlinien zu internationalen Transfers Minderjähriger. Madjo war im Winter für zwölf Millionen Euro Ablöse vom FC Metz nach Birmingham gewechselt. Da er in Luxemburg aufgewachsen war und zum Zeitpunkt des Wechsels bereits drei A-Länderspiele für das Grossherzogtum bestritten hatte, behandelte die FIFA den Deal als internationalen Transfer. Dies hätte bedeutet, dass Madjo erst Anfang 2027 mit Vollendung seines 18. Lebensjahres für Villa spielberechtigt gewesen wäre.

Aston Villa argumentierte jedoch erfolgreich, dass es sich um die Rückholaktion eines Engländers nach England handelte, da Madjo in Enfield, England, geboren wurde und britischer Staatsbürger ist. Er wäre auch für die Three Lions spielberechtigt, die er bereits auf U17-Niveau als Kapitän angeführt hatte, da seine Einsätze für Luxemburg in Freundschaftsspielen stattfanden.

Nach einer Stunde ging PSG erneut in Führung. Ein zunächst wegen Abseits abgepfiffener Treffer von Doué wurde nach einer VAR-Überprüfung von Schiedsrichter Omar Artan doch anerkannt. Artan, der aus Somalia stammt, erlebte einen weitgehend problemlosen Abend. Er war vor dem Anpfiff stärker im Fokus als die Spieler, da die Uefa ihn nach seiner Einreiseverweigerung bei der WM in den USA für den Supercup nominiert hatte.

Schiedsrichter Omar Artan während des Supercups
Schiedsrichter Omar Artan während des Supercups Credit: spiegel.de

Artan äusserte sich vor dem Spiel zu der Situation: «Es war eine sehr schwere Zeit.» Er zeigte sich dankbar gegenüber der Uefa und beschrieb den Moment des Anrufs als «sehr glücklich» für seine Familie und ihn. Der 34-Jährige war der erste Nicht-Europäer, der einen Supercup leiten durfte.

Taktische Entscheidungen und der achte Sieg in Folge

Während Paris Saint-Germain weitgehend alle seine Stars einsetzte, verzichtete Aston-Villa-Trainer Unai Emery im Duell gegen seinen Ex-Verein auf einige wichtige Spieler. Die WM-Fahrer Ezri Konsa, Ollie Watkins und Emiliano Martínez standen nicht zur Verfügung. Zudem fehlte der Ex-Freiburger Johan Manzambi angeschlagen. Im Tor von Aston Villa stand Ersatzkeeper Bizot, der beim Schuss von Kvaratskhelia nicht gut aussah.

Für PSG war der Sieg im Supercup der achte Erfolg in Folge für einen Champions-League-Sieger in diesem Wettbewerb. Ousmane Dembélé, der zur Halbzeit eingewechselt wurde, bereitete das entscheidende Tor von Doué vor. Doué verwandelte locker zum 2:1, nachdem Dembélé seinen französischen Nationalmannschafts-Kollegen geschickt hatte. Der Schiedsrichter Artan hatte den Treffer zunächst wegen Abseits abgepfiffen, doch der VAR meldete sich und hob die Entscheidung auf.

PSG jubelt über den Titel.
PSG jubelt über den Titel.Getty Images Credit: 20min.ch

Die Partie war auch von einer kuriosen Szene geprägt, als ein Fan von Aston Villa nach dem Ausgleichstreffer seinen nackten Hintern in Richtung der Kameras streckte. Trotz dieses «Popo-Jubels» reichte es für den Aussenseiter Aston Villa nicht zum Sieg. Der erste europäische Titel der neuen Saison geht somit an Paris Saint-Germain.

Source: spiegel.de

Sportredakteur mit Schwerpunkt Fussball, Super League und internationale Wettbewerbe.