Birmingham: Jason Joseph holt EM-Gold über 110 Meter Hürden

Jason Joseph holt EM-Gold – aber was ist mit Feiern?

Jason Joseph hat bei der Leichtathletik-EM in Birmingham die Goldmedaille über 110 Meter Hürden gewonnen. Der 27-jährige Baselbieter sicherte sich den Europameistertitel in 13,12 Sekunden, was gleichzeitig eine neue persönliche Bestzeit für ihn darstellt. Dieser Sieg markiert den grössten Erfolg in seiner Karriere.

Im Finale setzte sich Joseph gegen den Franzosen Just Kwaou-Mathey durch, der Silber gewann. Die Bronzemedaille ging an den Polen Sebastian Szymanski. Joseph beschrieb seinen Lauf als eine Bestleistung bei einer Meisterschaft, die nahe an seine persönliche Bestzeit herankam, was er als genau das bezeichnete, was man sich wünscht und braucht.

Josephs Weg zum Gold

Der Weg ins Finale war für Joseph nicht ohne Herausforderungen. Im Halbfinale kam es zu einem Zwischenfall, als der Belgier Elie Bacari direkt neben ihm stürzte und in Josephs Bahn fiel. Joseph musste seinen Schritt anpassen, was ihm nach eigener Aussage etwas das Momentum nahm. Er betonte jedoch, dass dies kein Problem gewesen sei.

Bereits zur Rennhälfte lag Joseph auf Medaillenkurs, doch ein starker Schlusssprint sicherte ihm schliesslich die Goldmedaille. Vor zwei Jahren hatte Joseph bei der Europameisterschaft in Rom bereits eine Bronzemedaille über dieselbe Distanz gewonnen. Sein aktueller Erfolg in Birmingham übertrifft diese Leistung deutlich.

Nach seinem Sieg äusserte sich Joseph im Interview und erklärte, dass alles aufgegangen sei. Er freute sich besonders darüber, eine persönliche Bestzeit zu erzielen und damit den Sieg zu erringen. Die Freude über den Europameistertitel ist jedoch möglicherweise noch nicht vollständig ausgekostet, da Joseph in Erwägung zieht, sich für die Staffel bereitzuhalten.

Hürdensprinter Joseph zündet den Gold-Turbo
Hürdensprinter Joseph zündet den Gold-Turbo Credit: blick.ch

Weitere Schweizer Athleten in Birmingham

Neben Josephs Triumph gab es weitere bemerkenswerte Leistungen von Schweizer Athleten bei der Leichtathletik-EM in Birmingham, die vom 10. bis 16. August stattfindet. Simon Ehammer gewann im Weitsprung die Silbermedaille mit 8,29 Meter. Gold in dieser Disziplin ging an den Griechen Miltiadis Tentoglou, der im vierten Versuch 8,44 Meter sprang. Die Bronzemedaille sicherte sich der Bulgare Bozhidar Saraboyukov mit 8,26 Meter.

Im Stabhochsprung der Frauen qualifizierte sich Angelica Moser souverän für das Finale. Sie war die einzige Athletin neben der Griechin Aikaterini Stefanidi, die 4,50 Meter im ersten Versuch übersprang. Lea Bachmann, eine weitere Schweizerin, schied in der Qualifikation aus, nachdem sie dreimal an der Höhe von 4,40 Meter scheiterte.

Die Sprinterin Mujinga Kambundji, Titelverteidigerin über 200 Meter, verpasste den Finaleinzug. Acht Monate nach der Geburt ihres Kindes konnte sie im Halbfinale nicht mit den Schnellsten mithalten und wurde Siebte. Auch Léonie Pointet und Iris Caligiuri schieden in ihren jeweiligen Halbfinal-Heats aus. Fabienne Hoenke wird die Schweizer Farben im Finale vertreten, nachdem sie in 22,46 Sekunden Zweite wurde und eine neue persönliche Bestzeit aufstellte.

Über 100 Meter Hürden der Frauen verpasste Ditaji Kambundji eine Medaille knapp. Sie wurde Vierte in 12,75 Sekunden und verpasste Bronze um zwei Hundertstel. Die Französin Laeticia Bapté sicherte sich die Bronzemedaille. Das Gold ging an die Niederländerin Nadine Visser, die in 12,67 Sekunden eine Tausendstelsekunde schneller war als die Polin Pia Skrzyszowska.

Im 100-Meter-Sprint der Männer erreichte Timothé Mumenthaler das Halbfinale, schied dort jedoch aus. Er lief 10,36 Sekunden, verpasste den Finaleinzug aber um zwei Hundertstel. Ähnlich erging es Lionel Spitz über 400 Meter, der im Halbfinale seine Saisonbestleistung von 45,34 Sekunden egalisierte, aber ebenfalls ausschied.

Audrey Werro qualifizierte sich über 800 Meter für das Halbfinale, ebenso wie Valentina Rosamilia und Veronica Vancardo. Vancardo lief dabei mit 1:58,20 eine neue persönliche Bestzeit. Im 5000-Meter-Lauf der Männer wurde Dominic Lobalu Siebter, nachdem er vor zwei Jahren in Rom Bronze gewonnen hatte. Gold ging an Jakob Ingebrigtsen.

Im 100-Meter-Sprint der Frauen verpasste Géraldine Di Tizio-Frey die Bronzemedaille um eine Hundertstelsekunde. Sie wurde von der Belgierin Delphine Nkansa überholt, nachdem sie zunächst als Dritte gemeldet worden war. Gold holte die Britin Amy Hunt, Silber ging an die Polin Ewa Swoboda.

Die Leichtathletik-EM in Birmingham bietet weiterhin spannende Wettkämpfe bis zum 16. August.

Source: blick.ch

Sportredakteur mit Schwerpunkt Fussball, Super League und internationale Wettbewerbe.